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Ein kurzer Abriss über die Geschichte und Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Zoltingen

1.Die Gründung

"Die freiwillige Feuerwehr Zoltingen wurde auf Anregung des Herrn Bezirksfeuerwehrvertreters Zinette aus Lauingen von den unterfertigten Bürgern der Gemeinde Zoltingen am 8. Juni 1876 gegriindet Nach Abschluß des Mitgliederverzeichnisses, welches 19 freiwillige Feuerwehrmänner aufweist, wurde die neugegriindete Feuerwehr nach den Satzungen des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes in Steiger, Spritzenmänner und Ordnungsmänner eingeteilt Die vorgenommene Chargenwahl fiel auf:

Bürgermeister Johann Kühn als Vorstand Georg Bschor als Kommandant

Johann Deiner als Adjutant

Kaspar Deiner als Zugführer

Friedrich Besel als Spritzenmeister

Zoltingen, den 8.Juni 1876" (Zitiert aus Johann Michael Eberhardts Chronik)

2. Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Zoltingen

Eine erste Chronik der FFW Zoltingen entstand im Kriegsjahr 1940. Johann Michael Eberhardt, der 50 Jahre als Kommandant die FFW leitete, schrieb in mühevoller Kleinarbeit eine Chronik handschriftlich nieder. Er durchforschte die Archive der Kirchengemeinden Unterringingen und Aufhausen und insbesondere der Gemeinde Zoltingen; Bürgermeister Pflanz gewährte ihm damals Zugang zu den jeweiligen Daten, die durch Interpretation der Einnahmen und Ausgaben am Anfang des 19. Jahrhunderts einen Blick in die Gründerjahre und die zwangsläufige Notwendigkeit und Wichtigkeit einer Feuerwehr gewährten.

Friedrich Hager (jun.) übertrug im Jahre 1986 anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Zoltingen diese in altdeutscher Sütterlinschrift geschriebene Chronik, unterstützt von seiner Mutter Anna mit der Schreibmaschine in lateinische Schrift. Auszüge dieser Chronik sollen nun als kleine Festschrift in Form eines Faltblattes einer breiteren Öffentlichkeit im Kesseltal zugänglich gemacht werden.

 

3. Zur Vorgeschichte der FFW Zoltingen

Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution 1789 - 92 und den folgenden Kriegen unter Napoleon I schwand der Wohlstand unseres Landes dahin. Auch in Zoltingen lebten die Menschen nach diesen Kriegsjahren ein sehr bescheidenes Leben in Armut.

Ein Beispiel: 1818 betrugen die Einnahmen der Gemeinde 98 Gulden,

1 Kreuzer, 4 Heller. Die Ausgaben standen dem gegenüber mit 94 Gulden, 24 Kreuzer, 5 Heller.

Die Feuerschau war eine äußerst wichtige Aufgabe des Kaminfegers, der damals aus Harburg, später aus Nördlingen kam. 1818 bekam er dafür 1 Florentiner Gulden (fI). Die Brandgefahr war groß, denn die Häuser waren alle mit Stroh gedeckt, die Feuer- und Kochstellen im Haus oft unsicher und gefährlich. Immer wieder wurden Feuerleitern oder auch ein bis zwei Feuerhaken angeschafft (3 fI). 1822 wird eine Feuerspritze erwähnt. Diese befand sich nicht im Dorf selbst, sondern hatte ihren Standort in Diemantstein. Dafür musste die Gemeinde jedes Jahr einen Obolus entrichten, ebenso für eventuell anstehende Reparaturen. In den 1830er Jahren wurde zur (Feuer)­Sicherheit des Dorfes ein Nachtwächter bestellt; Die Einführung der Kirchenwache (Unterringingen) entsprang dem gleichen Beweggrund.

So entstand im Laufe der Jahre ein dringender Wunsch nach einer eigenen Löschmaschine: 1838 bestellt die Gemeinde Zoltingen eine eigene Feuerspritze zum Preis von 145 fI, wovon 75 fI beim Empfang derselben entrichtet wurden, 70 fI im Jahre darauf. Die Gemeinde Diemantstein war wohl etwas skeptisch, denn sie musste ihre Löschmaschine nun selbst unterhalten. So wurde noch im selben Jahr eine Rechnung an Diemantstein über 1 fI und14 kr bezahlt mit dem Vermerk: "Quittung über die Löschmaschine wo alle Jahre bezahlt werden müßte" ...

Ein Feuerweiher wurde ebenfalls im Jahre 1838 gebaut, 1839 das Hirtenhaus repariert und dort ein Lokal für die Löschmaschine in Betracht gezogen. ­Große Ausgaben für eine arme, kleine Gemeinde im Kesseltal.

1840 war es dann soweit: Die neue Spritze lieferte die Glockengießerei Joseph Probst aus Nördlingen. Sie sollte nun 39 Jahre lang der Feuerwehr gute Dienste erweisen. Der Chronist verweist auf Ausgaben für Trinkgelder für die Glockengießergesellen, für das Holen der Maschine, für den Kupferschmied Remmele aus Bissingen für die Einsicht der Löschmaschine wegen eines entdeckten Fehlers und für den Kupferschmied Friedrich Müller für die Einsicht als Sachverständiger.

Aus den genannten Unterlagen lässt sich wohl erahnen, dass die Löschmaschine nicht so eingesetzt werden konnte, wie ursprünglich geplant, denn in den folgenden 8 Jahren wurde in den Gemeinderechnungen die Spritze nicht erwähnt.

Erst 9 Jahre später wird ein gravierender Mangel behoben: Die Maschine war nicht fahrbar! Vom Wagnermeister Kirchdörfer aus Unterringingen wird ein neuer Feuerspritzenwagen geliefert und vom Schmiedmeister Joseph Käsmeyer Diemantstein das Beschlagen des Wagens in Rechnung gestellt.

Ab 1856 rückten die Zoltinger mit ihrer fahrbaren Spritze nun zu großen Bränden in den Nachbardörfern aus: nach Amerdingen, Aufhausen, Diemantstein, Oberringingen, Hochdorf, Leiheim, Bollstadt und sogar nach Kesselostheim, wo 1866 ein Großbrand durch Kinder entstand, bei dem vier Anwesen niederbrannten.  

Die Angst vor Bränden wuchs und die Gefahren konnten nicht so ohne weiteres beseitigt werden. Wieder 2 Jahrzehnte später, im Jahr 1873, baute die Gemeinde eine Wasserreserve bei Hausnummer 12, für die sie 100 fl Zuschuss von der München-Aachener Feuerversicherungsgesellschaft erhielt. Dieser Weiher erwies sich aber im Laufe der Zeit als unpraktisch und wurde 1929 ganz aufgelassen.

4. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr als Verein

1876 reifte der Wunsch, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Mit dem Bezirksfeuerwehrvertreter trat man in Verhandlungen und so wird als Gründungsdatum der 8. Juni 1876 genannt. Genaue Gründe für das Entstehen eines Vereins nennt der Chronist nicht; wohl ist die Geburtsstunde der Zoltinger Freiwilligen Feuerwehr in den Gesamtzusammenhang mit den Gründungen von Wehren in den anderen Dörfern zu stellen. In dieser Zeit entstehen die ersten Feuerversicherungen, sicherlich auch unterstützt von der Regierung des Bayerischen Königs ludwig 11. Zudem entwickelte sich nun eine Feuerwehr mit gewissen Ordnungsmerkmalen und Funktionären; wahrscheinlich genügte aufgrund der häufigen Brände eine einfache, unstrukturierte Bürger(feuer)wehr nicht mehr.

Im Jahr nach der Gründung schafften die Zoltinger den Grundstock für die Uniformierung an: 18 Feuerwehrröcke, 19 Schnüre und 18 Sterne.

Die Ausrüstung der Wehr geht weiter: eine neue Feuerleiter - sie war beschlagen - wurde in Auftrag gegeben und 19 Feuerwehrhauben um 40 Mark, 5 Messinghelme für 35 Mark aus der Werkstatt Ferdinand Eggert aus Höchstädt, ein roter und ein weißer Helmbusch, 3 Steigerbeile mit Ledertaschen und 3 Steigergurte, 2 Chargengurte, eine Laterne sowie 12 Kerzen für 2,20 Mark. Alles in allem kostete diese für uns heute recht einfach anmutende Ausrüstung fast 100 Mark.

3 Jahre nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Zoltingen, 1879, kam nun ein beachtlicher Fortschritt: Die Gemeinde kaufte von der Glockengießerei Will helm Klein in Nördlingen eine neue Saug- und Druckspritze um den Preis von 1300 Mark. Im Stammbuch der Freiwilligen Feuerwehr Zoltingen ist seitdem keine Neubeschaffung einer Spritze vermerkt, wahrscheinlich ist sie die "alte Spritze", die heute noch, im Jahre 2006, bei Festen ausgefahren wird. Der Bürgermeister von Zoltingen, Johannes Kühn, war selbst ab dem Datum der Gründung 9 Jahre lang der Vorsitzende der Feuerwehr, wohl auch so lange, bis die neue Spritze in Raten abbezahlt war.

 

 

5. Übungen und die Unterstützung der FFW

Damit eine Feuerwehr beim Einsatz auch funktionieren kann, sind damals wie heute Übungen auch mit anderen Wehren notwendig. Schon 1878 fand eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Diemantstein statt. In den späteren Jahren vollzog man gemeinschaftliche Übungen und Inspektionen in Thalheim und Oberringingen.

 

Der Chronist schreibt: "Der Gemeinschaftssinn war. wie wir gesehen, schon bei den Übungen sehr rege, die Feuerwehr ging oft auswärts zu Übungen, so gewiß auch zu Bränden. "

Erst im 20 Jahrhundert konnte sich die FFW Zoltingen über Zuwendungen und Geschenke erfreuen. Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 bezuschusste die Kreisregierung eine Uniformierung der Feuerwehr mit 50 Mark, ebenso der Distrikt Höchstädt im Jahr 1919 mit 100 Mark. Diese und weitere Spenden fielen dann der Inflation zum Opfer. 1930 erhielt sie wieder einen Zuschuss zur Neuuniformierung und für 8 Messinghelme. Das fürstliche Haus zu Oettingen­-Wallerstein anerkannte den Einsatz beim Brand im Forsthaus Hochdorf mit 160 Mark, ebenso den Einsatz auf dem Kömertshof im Brandfall mit 50 Mark.

6. Einsätze und Hilfeleistungen

Im Zeitraum von 1876 bis 1936 ereigneten sich 53 Brände und Vorkommnisse, die die hiesige Feuerwehr berührten. Sie verteilten sich auf folgende Ortschaften und Einzelgehöfte: Amerdingen, Bollstadt, Talheim, Aufhausen, Unterringingen, Oberringingen, Hochdorf, Hohenburger Mühle, Sternbacher Hof, Diemantstein, Warnhofen, Leiheim, Kömertshof, Seelbronner Hof, Forheim und Zoltingen.

Die Einsätze wurden meist nach Blitzschlägen notwendig; so zum Beispiel während eines heftigen Gewitters am 17. Juni 1927 bei der dörflichen elektrischen Station.-

Die Elektrizität wurde am 25. Mai 1920 in Zoltingen eingeführt. Der Chronist verweist eindrücklich wohl "auf die Erleichterungen und Zweckmäßigkeiten des elektrischen Lichts und der Kraft" hin, ,jedoch bei leichtsinniger und fahrlässiger Behandlung der Anlagen biete sie neue Möglichkeiten zu Bränden. " -

In dem oben genannten Zeitraum von 60 Jahren rückte die FFW Zoltingen in 26 Jahren je einmal zur Hilfeleistung in anderen Dörfern aus. Die meisten Brände wies der Juli auf. Insgesamt fielen auf das Sommerhalbjahr mehr als doppelt so viele Brandfälle wie im Winterhalbjahr. Der Chronist schreibt weiter:

"Erfreulicherweise nehmen die Brandfälle ab.“

Auch kamen nur wenige Verunglückungen vor. Ein Feuerwehrmann zog sich 1906 eine Verletzung am Fußgelenk durch herabstürzende Balken zu, zwei andere erlitten bei der Rettung des Viehes 1928 Brandwunden im Gesicht und an den Händen, so dass ärztliche Hilfe benötigt wurde. Die Landesfeuerwehr­unterstützungskasse nahm die Fälle per Anzeige auf.

- Ein nicht unbedeutender Vorfall, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit wohl die wenigsten Zoltinger eine Krankenversicherung abgeschlossen hatten.


7. Die Freiwillige Feuerwehr Zoltingen während der beiden Weltkriege

 

Johann Michael Eberhardt schreibt zum Beginn des Ersten Weltkrieges:

Bei unserer Feuerwehr ging so alles seinen geregelten Gang, man hielt die Übungen ab, die vorgeschrieben waren - ( jeden Sonntag Vormittag nach dem Gottesdienst), rockte, wenn ein Brand ausbrach zur Hilfeleistung aus, man tat seinen Dienst so gut man konnte und erfreute sich des langen Friedens. Die Jahre kamen und gingen, es kam 1914 und jene unvergesslichen Augusttage, als der Ruf erging: Wir ziehen ins Feld. Überall und auch bei unserer Feuerwehr wirkte dieser Aufmarsch tief einschneidend. Die Feuerwehr wurde unter die Fahnen gerufen. Der Krieg forderte auch bei uns schmerzliche Opfer, sowohl im Felde als auch in der Heimat Drei junge Männer, die mit uns hinauszogen, kehrten nicht wieder." Die Feuerwehr musste während des Krieges zu 7 Bränden ausrücken.

Nicht weniger problematisch wirkte sich der Zweite Weltkrieg auf das Geschehen in Zoltingen aus: "Als die Feuerwehr im Jahre 1937 in ihr siebentes Jahrzehnt eintrat, da ahnte niemand, welch schweren Jahre kommen werden. Außer einem kleinen Schadenfeuer in einem Zoltinger Strohhaufen und einem Brand in Diemantstein durch Blitzschlag, ereignete sich nichts von Bedeutung. "

Unter Adolf Hitler wurde jede Feuerwehr der örtlichen Polizeibehörde, bei den Landfeuerwehren, dem Bürgermeister unterstellt. Jeder Feuerwehrmann in Uniform sollte sich vor Nachlässigkeiten in Anzug und Auftreten hüten. Neben der Wehrmacht und der Polizei waren die Feuerwehren die dritte Staatsexekutive.

Der Chronist beklagt im Kriegsjahr 1940, dass 28 Feuerwehrmänner nach und nach einberufen wurden und viele als Opfer zu beklagen waren.

"Auch unser entlegenes Kesseltal bekam etwas vom Kriege zu sehen, es war die Fliegergefahr, wie zu erwarten war. Bereits am 4. November 1939 vormittags überflogen feindliche Flieger in ungeheurer Höhe unsere Gegend. Am anderen Tage, es war Sonntag, hörte man, dass bei Aufhausen und in de fürstlichen Waldungen Flugblätter abgeworfen wurde. Weiter blieb man unbehelligt, bis zur Nacht des 13. Oktober 1941, erstmals wurden Leuchtkörper geworfen und hörte man Bombeneinschläge in bedenklicher Nähe .••.

Den Höhepunkt erreichte die Situation, als dichte Rauchwolken südlich von Amerdingen aufstiegen. Ein feindliches Flugzeug fuhr auf das Anwesen des Landwirts Meinrat Scheuerte in Eglingen auf und es gerieten das Haus und das Flugzeug in Brand. Wenige Tage danach, am 21. April .•• überflogen wieder dichte feindliche Schwärme unsere Gegend, diesmal von Westen nach Osten. Die Vögel flatterten ängstlich umher, das Vieh in den Ställen wurde unruhig. Zuletzt flog ein weißes Flugzeug mit rasender Geschwindigkeit im Tiefflug ..•

Mit dem Näherrücken der Front wurde die Fliegertätigkeit immer reger. Der Geschützdonner von Westen her war an manchen Tagen gut vernehmbar .•.•

.•. sogar die Detonation einer Munitionsexplosion auf dem Bahnhof in Nordendorf konnte bemerkt werden. "


"Daß der feindliche Vormarsch auch das Kesseltal berühren wird, erwartete man allgemein. Es ging alles gut ab, man konnte das vielbedeutende Schauspiel in aller Ruhe ansehen, Amerika, die neue Welt im Kesseltal. Am anderen Tage fuhren auch durch Zoltingen einige Panzer, in den Wäldern hörte man einzelne Gewehr- und Mg-schüsse, sowie in den nächsten Tagen in Richtung Donauwörth und Donautal Geschützdonner."

8. Die Nachkriegsiahre bis heute, 2006

Auch die Jahre von Kriegsende 1945 bis zum heutigen Jahre 2006 sind im Stammbuch der Freiwilligen Feuerwehr festgehalten. Seit dem Jahr 1982 sind drei Großbrände als Katastrophenfälle vermerkt. Im Jahre 1951 feierte die FFW Zoltingen ihr 75-jähriges Gründungsjubiläum, Bilder vom Umzug durch das Dorf sind im Festzeit am 15./16. Juli 2006 ausgestellt. 1976 feierten die Feuerwehren Oberringingen, Unterringingen und Leiheim gemeinsam mit Zoltingen ihr 100-jähriges Bestehen mit Fahnenweihe.

Ein Einsatzfahrzeug, das als Traktoranhänger dient, wurde im Jahr 1965 angeschafft - wohl technisch veraltet bei Notfällen aber immer einsatzbereit. Eine Gemeinschaftsarbeit der Feuerwehr in Zoltingen war der Ausbau des "Gemeindestadels" zum Feuerwehrheim in den 1980er Jahren. Hans Ulrich, der 17 Jahre als Kommandant die Feuerwehr leitete, stützte das Vorhaben mit persönlichem Einsatz und Weitblick. Der renovierte Dorfstadel dient heute als Feuerwehrheim, und er wird von vielen Dorfbewohnern als "Partyraum" gerne genutzt.

Inzwischen fiel der Pflichtbeitrag "Feuerabgabe" derjenigen Männer weg, die nicht zur FFW gehörten. Auch die Aufgaben einer Feuerwehr änderten sich. Es gibt weniger Brände zu löschen, sondern die Einsätze erstrecken sich mehr auf die Bereiche: retten, bergen, schützen, löschen.

Diese neuen Anforderungen ergeben ein anderes Einsatzprofil der Feuerwehr. Hochmoderne und technisch ausdifferenzierte Einsatzfahrzeuge sind gefordert. (Rettungsschere, Atmungsgeräte, Ölbindemittel ..• )

Die Einsätze werden zentral gesteuert und auch die Ausbildung der Feuerwehren wird immer breiter und erhält ein anderes Anforderungsprofil als noch vor 50 Jahren.

Wohl wissend um all diese Veränderungen und technischen Anforderungen, die unbestritten notwendig sind, ist es wichtig, dass in kleinen Siedlungseinheiten, wie zum Beispiel in einem kleinen 150-Einwohner-Dorf wie Zoltingen noch eine intakte Feuerwehr existiert. Wenn auch nur der Holzstoß zu brennen anfängt und die eine oder andere Übung manchem als lästig erscheint, so ist gerade der Verein "Freiwillige Feuerwehr Zoltingen" ein wichtiger Baustein für eine Dorfgemeinschaft, die z. B. den Maibaum aufstellt oder das Dorffest ausrichtet. Und manchmal ist sie doch schneller als die großen technisch sehr gut ausgerüsteten Wehren aus Bissingen oder Höchstädt vor Ort im Einsatz und beginnt schon mal den Brand einer Scheune im Kesseltal zu löschen.

Zoltingen, im Juni 2006       Johanna Eberhardt