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Zoltingen (stef).
Irgendwo im schönen Kesseltal, auf einem Hügel mit Panoramablick, kurz nach
einer Abfahrt, die man leicht übersehen kann, da liegt es, das 150-Seelen-Dorf
Zoltingen. Aber mit der ruhigen Idylle war es vergangenes Wochenende vorbei.
Denn Zoltingen feierte das 130-jährige Jubiläum seiner Freiwilligen Feuerwehr
und zwar wie nie zuvor.
"Ein Jubiläum wird dann gefeiert, wenn sich einer oder etwas lange über
Wasser gehalten hat und die Feuerwehr ist dazu da, etwas zur rechten Zeit unter
Wasser zu setzen", eröffnete Michael Holzinger den Samstag Abend.
Herrlicher Ausblick
Und wie der Bissinger Bürgermeister es prophezeite, war es dann auch. "In
kleinem, überschaubarem, aber vor allem gemütlichem Rahmen und mit einem
herrlichen Ausblick, wollen wir das Jubiläum feiern", freute sich der Vorstand
Sven Schmidt. Und zwar ganz alleine. Eigentlich stand im Gespräch, dass
Zoltingen gemeinsam mit seinen Nachbarorten eine 125-Jahr-Feier organisiert,
aber nachdem es nach langen Diskussionen zwischen den Vereinen zu keinem
Ergebnis kam, "nahmen wir es fünf Jahre später selbst in die Hand", erinnerte
sich Sven Schmidt.
Und was sie in die Hand genommen haben, war für das kleine Dorf ein großer,
aber erfolgreicher Kraftakt. Aber das gehört ja auch zu einer guten Feuerwehr
dazu. Kreisbrandrat Frank Schmidt betonte, wie wichtig die Ortsfeuerwehren auch
in den kleinsten Gemeinden seien. "Aufgrund der örtlichen Nähe kann viel
schneller und präziser Hilfe geleistet werden, wie der Gülleunfall in der Kessel
wieder gezeigt hat." Daher liege es an den Gemeinden und auch an der
Bevölkerung, dass das Feuerwehrwesen weitergetragen werde.
Und dass die älteste Bürgerinitiative, wie der Dillinger Landrat Leo Schrell
es bezeichnet, funktioniert, zeigten die zahlreichen Ehrungen die die Zoltinger
Wehr verzeichnen konnte. Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Verein wurden
ausgezeichnet: Karl Wolfinger (66 Jahre), Johann Buser (65), Friedrich Hager,
Ernst Buser (beide 63) und Wilhelm Oßwald (55). Außerdem wurden Hans Ulrich,
Gottfried Ganzenmüller, Peter Schmidt, Karl Pfister, Kurt Hertle und Karl
Baumgärtner für ihr langjähriges Engagement geehrt.
Junge Dynamik
Doch nicht nur Altverdiente, sondern auch vor allem jugendliche
Feuerwehrmänner zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Stefan Ulrich, mit 25 Jahren
wohl der jüngste 2. Kommandant, präsentierte den zahlreichen Nachwuchs, den die
freiwillige Feuerwehr Zoltingen zu bieten hat. Dem jungen Vorstand liegt das
Feuerwehrwesen zwar im Blut (sein Vater Hans Ulrich war langjähriger
Kommandant), doch er fühlt sich in seiner Rolle pudelwohl. "Im Freundeskreis
kommt meine Aufgabe nicht wirklich zur Sprache. Eigentlich ist das alles ganz
normal", erzählt Stefan Ulrich. Kein Wunder, dass diese junge Dynamik viele
motiviert und bei der Feuerwehrolympiade die sieben Wehren sich ordentlich ins
Zeug legen.
Feuerwehrolympiade
Statt eines Umzugs veranstaltete die Zoltinger Wehr eine Olympiade mit
Spielen rund um das Thema Löschen. Fronhofen, Leiheim, Bissingen, Oberringingen,
Unterringingen, Diemantstein und Amerdingen schöpften Wasser, koppelten
Saugschläuche und löschten den Durst manch eines Löschmeisters. Zwar konnte
lange Zeit die Mädchenmannschaft aus Diemantstein Punkte gut machen, aber zum
Schluss setzte sich die Mannschaft aus Fronhofen durch. Die Spiele moderierte
Reinhard Eberhardt mit dem entsprechenden Witz.
Sven Schmidt war vollkommen zufrieden mit dem Fest. Vor allem der Partybus,
der bis in die frühen Morgenstunden die Gäste nach Hause brachte, stieß auf
recht große Resonanz.
Eine besondere Erinnerung gestaltete Johanna Eberhardt: Eine Festschrift mit
Originalzitaten aus der Chronik, die von Johann Michael Eberhardt
zusammengestellt wurde, wird noch lange an dieses 130-jährige Jubiläum
erinnern.
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